Mein eigenes iPad, die Magie hat mich heimgesucht, und ich durfte mal wieder herzlich Fluchen…

Es kam mal wieder, dass ich mir ein neues Spielzeug bestellt hatte (lange nach der “Launch”-Hysterie), und gestern wurde es geliefert. Ich war gespannt, neugierig, ja schon fast ein wenig euphorisch. Ich hatte mich wirklich auch ein wenig anstecken lassen, war aber zugleich auch skeptisch…. wie schizo, ich weiss. Nun ja, da packte ich das Ding aus, viel war es nicht. Das iPad, USB-Kabel und der obligatorische Stromknubbel für die Steckdose. Schnell die Schutzfolie vom iPad gerissen und gleich mal eingeschaltet (einfach mal alle Knöppe drücken…). Und siehe da, es wurde Licht, bzw. das Apple-Logo..oohh… aaahhh… Doch ähm, zu meinem Erstaunen wollte das Ding via USB mit iTunes verbunden werden und machte sonst keine Anstalten etwas anderes zu tun. “Kann doch nicht sein” dachte ich mir, und gleich mal die 2-3 auf 3 Sprachen beiliegenden Begleit-”Heftchen” durchgeblättert… ne nix, da steht nix… warranty informations interessierten mich auch nicht wirklich.

So, da stand ich nun, eben vom Feierabend heimgekommen, mit ‘nem Berg von Verpackung vor mir und dem IPad eingeschaltet in der Hand, das erst mal nach iTunes lechzte. Aber ich wollte doch gleich damit losspielen, surfen, mailen, online phodos glotzen, Bücher lesen … all die tollen Dinge die man damit tun kann, sollte können. Tjaaaa, da hab ich die Rechnung wohl ohne den Wirt (sprich Apple gemacht). Na ja, wie auch immer, nachdem ich als Linuxer ja zum Glück noch eine virtuelle Maschine mit WindowsXP rumliegen hatte, habe ich mich eben dazu durchgerungen dort iTunes zu installieren. Also schnell runtergeladen und installiert. Was mich dann schon wieder etwas stutzig gemacht hat, war der Absturz von iTunes beim ersten start. Aber egal, nachdem ich den ersten Start begleitet durch mehrere Programmabstürze soweit gebracht hatte, dass iTunes aktiv war, hat sich auch das iPad dazu durchgerungen, mir endlich seine normale Bedienoberfläche zu zeigen. Inzwischen waren 2 Stunden vergangen.

Endlich soweit, das iPad auch benutzen zu können meldete ich mich gleich in meinem WLan an und machte mal ‘ne Webseite auf. Ok, wunderbar funktioniert. Danach den Bookstore mal aus Neugier geöffnet. Oha, ein Buch gibbet umsonst, schön, dafür musste ich aber natürlich mittels Apple-ID anmelden. Zum glück hatte ich ja noch eine ID von meinem damaligen mac-mini kauf. Nur die Kreditkarte von damals war schon abgelaufen…. “wieso muss ich das jetzt mit einer aktuellen Kreditkarte aktualisieren ? Ich will doch einfach nur das gratis Buch anschauen”… na ja, egal, wieder ‘ne aktuelle Karte hinterlegt und siehe da, das Gratisbuch wird runtergeladen. Aha, schön, ganz witzig. Bisschen rumgeblätert, fein fein. So, dann kam ich auf die gloriose Idee, ein Buch, welches ich als PDF kürzlich gekauft habe mal auf dem iPad anzuschauen. Das war denn auch schon der nächste Fehler, der mich die nächsten 3 Stunden beschäftigte. Dennnnnnnnn, wie schaffe ich es denn nun, dieses PDF-File von meinem Linux-Desktop auf den iPad zu kopieren ? Mein Ubuntu erkennt das iPad ja freundlicherweise als USB-Device, wo ich auch Zeug draufkopieren kann (und das liess mich zuerst schon hoffen…), aber leider fand ich nirgends auf dem iPad das besagte PDF….

Also lange Rede kurzer Sinn, kurz um halb 2 Uhr Nachts und einem ersten Einkauf im App-Store später (der meiner Meinung nach sowas von überflüssig war, nämlich einen client um auf mein NAS zugreifen zu können… einen Client bzw. Software die man sonst auf jeder verdammten Plattform inzwischen umsonst kriegt… ach was Reg ich mich auf…), also eben nach einer Odysee um ein PDF vom PC auf den iPad zu kopieren OHNE iTunes dazwischen (was dann ja auch noch geklappt hatte), habe ich dann meine ersten Gehversuche beendet. Oder sollte ich noch erwähnen, dass der integrierte PDF-Reader leider in die Knie ging (sprich abstürtzte), ob der Grösse dieses Buches von 150 MB ? Aber es gab ja zum glück im Store noch etwa 7 weitere freeware-pdf-reader von denen die Hälfte dann auch mit der Grösse dieses Buches umgehen konnte. Ob ich mir die Mühe mache, das auch noch mit Filmen oder Musik zu probieren, lass ich an dieser Stelle offen…

Ich muss wohl zu Apples Verteidigung anmerken, dass ich wohl kaum zum Mainstream gehöre, was die Betriebssysteme meiner Computer angeht, geschweige denn einen Apple-Computer mehr benutze…..aber auf der anderen Seite erwarte ich ehrlich gesagt von einem “Consumer-Magic-Device”, dass sich dieses auch in Betrieb nehmen lässt, ohne dass ich einen Computer besitze (vom Rest, ein einfaches PDF auf’s iPad zu kopieren, rede ich gar nicht mehr). Aber eben, ich passe wahrscheinlich einfach nicht ins Cupertino-Kundenbild. Bin ja gespannt, was die Konkurrenz in den nächsten Monaten auf den Markt wirft.