7557181168_91f4af2d99_cDiese Frage:“ Muss es immer die Cloud sein ?“ stellte ich mir in jüngster Vergangenheit immer öfter.

Die Bequemlichkeit

Wie kam es denn überhaupt dazu, dass ich Dropbox, Ubuntu-One, Skydrive anfing zu benutzen ? Dropbox war einer dieser Cloud-Vertreter, dessen Client ich als erstes benutzt habe. Wieso ? Ganz einfach, weil es im Zusammenhang mit einem Smartphone super bequem war, Daten auch auf dem mobilen Gerät immer bei mir zu haben, die ich auch unterwegs im Zugriff haben wollte. Und ausserdem, weil man damit so einfach Files aller Art (nennenswertes Beispiel ist hier Musk) auf’s Smartphone bringen konnte (und da Linux unterstützt war, war das auch mein Cloud-Client der ersten Wahl.). Und so kam es auch, dass ich die Cloud für immer mehr Files benutzte, die ich (auch zwischen Desktop/Notebook) für das Synchronisieren von Daten benutzte, obwohl mein gesamter Datenbestand eigentlich auf dem NAS liegt. Wieso ? Weil’s einfach bequem war. Natürlich hat sich die Cloud auch beim Teilen von Files mit Bekannten/Verwandten bewährt. Auch wieder aus dem Umstand heraus, weil es einfach Bequem war (und von jedem bewerkstelligt werden konnte).

Der Sinneswandel

Inzwischen hat sich die Situation für mich doch ein wenig geändert, was meine Geisteshaltung gegenüber der Cloud betrifft, und die ganzen NSA Geschichten haben sicher auch den einen oder anderen Gedankenanstoss geliefert. Die erste Frage, muss ich denn wirklich immer ALLE Daten lokal auf der Maschine haben ? Die hunderten von Photos und Videos meiner Katzen sind doch eigentlich ganz gut auf dem NAS zuhause aufgehoben. Wenn ich mich in den eigenen vier Wänden befinde, reicht es doch auch, wenn ich auf mei NAS via Samba/Windows-Share zugreife. Klar, das ist gerade bei grösseren Files ein Geduldsspiel (es ist eben nie „instant“, wie wenn ich die Files lokal habe). Aber mit welchen Daten arbeite ich denn am häufigsten? Es sind die Klassiker, nämlich einfache Dokumente und zwar praktisch ausschliesslich mit einem Gerät, dass auch eine Tastatur hat 🙂 Also wieso muss ich mir denn einreden, dass ich diese auch auf ’nem Smartphone im Zugriff haben muss ? Oder dem Tablet ? Ja, wieso ? Weil alle Welt (bzw. die Industrie) Cloud schreit ? Natürlich ist es praktisch, wenn die eben geschossenen Photos direkt in die Cloud wandern, es ist ein praktischer „Backup“. Aber ich muss mir dabei auch im klaren sein, dass hier das vom Telco-Anbieter zur Verfügung gestellte Volumen darunter leidet. Also machte ich es wie soviele, dass ich nur bei WLAN-Verbindung den Upload erlaubte. Das relativiert die Sache mit dem Backup schon wieder ein bisschen. Wenn ich im Urlaub Photos mache, und mir dann das Smartphone abhanden kommt, sind die schönen Photos weg. Dessen muss ich mir bewusst sein. Andererseits, wenn ich ein eben gemachtes Photo in irgendeinem sozialen Netzwerk posten will, kann ich das auch tun, ohne dass vorher alles in die Cloud geschoben wird.

Unterwegs

Und falls ich wirklich mal von Unterwegs auf eines der zig Millionen Photos oder das eine oder andere ISO-Image zugreiffen will, das auf meinem NAS liegt, habe ich ja immer noch den VPN – Zugang zu meinem eigenen privaten Netz und dem dahinterliegenden NAS.

Faulheit und die Lösungen in der Vergangenheit

Bin ich einfach nur Faul ? Ja, und in der Vergangenheit waren es auch die Lösungen, die immer etwas Frickelei mit sich brachten, um andere Wege zu gehen. Aber heute ? Es gibt inzwischen so viele Lösungen, die fast oder genauso praktisch und bequem sind, wie der Cloud-Client irgend eines Anbieters. Viele NAS-Lösungen liefern das schon Frei-Haus mit. Egal ob es Synology, QNAP, OwnCloud, BitTorrent-Sync oder sonst eine Lösung ist. Es gibt die Möglichkeiten. In den Pro-Versionen von Windows gibt’s ja sogar die Möglichkeit, Files vom Server offline zur Verfügung zu stellen.

Der Photo-„Backup“

Wenn ich Photos mit dem Smartphone mache, dann werden die mit meinem NAS gesynct, sobald ich wieder in Reichweite meines Hotspot bin. Dokumente sind via NAS über alle Maschinen gesynct, um so den Komfort des sofortigen Zugriffs zu haben. Klar, mein Szenario beinhaltet ein NAS, dass die Dreh-Scheibe für die ganzen Synchronisationsaufgaben übernimmt (und auch noch den VPN-Server stellt). Aber wenn man sowas nicht hat, was könnte man anstelle dessen machen ? BitTorrent-Sync scheint ja vom Prinzip her auch eine mögliche Lösung zu sein (als herstellerneutrale Variante), also wieso nicht nutzen ? Es gibt inzwischen auch hier mobile Clients. Was mich schlussendlich wieder zu der am Anfang gestellten Frage führt: Muss es immer die Cloud sein ?

Zurück zu Start

Ich für meinen Teil muss das mit den heute verfügbaren Lösungen immer öfter mit NEIN beantworten, und ich bin davon überzeugt, dass es immer einfacher wird, auf sowas wie die Cloud verzichten zu können. Bin ich ein Paranoiker ? Ne, nicht wirklich. Mein Adressbuch darf ruhig bei einem Cloud-Anbieter für die bequeme Synchronisation mit den verschiedensten Mail-Clients liegen, aber es macht für mich einfach immer weniger Sinn, alles was ich an Daten produziere, zuerst in die Welt hinaus zu pusten, nur weil es bequem ist sie immer und überall im Zugriff zu haben.

That’s all folks ! 😉