Archiv für Oktober 2008

rien ne va plus… die Bank gewinnt (immer?)

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Ein weiterer trister Herbsttag, man könnte schon fast Depri werden. Eigentlich wollte ich ja schon gestern mal wieder was über WoW schreiben. Aber was gäbe es da schon neues ? Ein weiterer Twink und kurz vor dem Release des nächsten Addons Ärgert man sich mal wieder über die Lustlosigkeit der Spieler oder wie immer über die grenzenlose Gier der Leute, einfach immer auf alles “Bedarf” zu würfeln…. doch das Stichwort Gier liess mich gestern in anbetracht der aktuellen weltweiten Finanznews etwas grübeln. Eigentlich bin ich ja tatsächlich nicht der Mensch, der sich grossartig um das Geschehen der Weltwirschaft kümmert (Asche auf mein Haupt), und mehr an Neuigkeiten aus dem IT-Sektor interessiert ist. Doch wenn man da schon anfängt zu lesen, dass selbst Grössen wie HP tausende von Leuten weltweit entlässt oder Ebay seinen Mitarbeiterbestand reduzieren will und gleichzeitig auch noch durch Querverweise Produktionsstops bzw. Reduktionen bei Opel oder dergleichen liest, kriegt man irgendwie ein komisches Gefühl. Zu mindest mir ging es so (noch den Preserummel von Nokias Werksschliessungen irgendwo in Deutschland im Hinterkopf). Und die nächste zu lesende News die man in die Finger kriegt, zeigt wie AMD seine Produktionsstätten verkauft (und das solche Übernahmen häufig zu Mitarbeiterreduktionen geführt haben, dafür gab’s wohl schon genügend Beispiele). All das im momentanen Umfeld wo hunderte oder tausende Milliarden an Geldern weltweit von den Regierungen zur Verfügung gestellt werden lässt mich doch ein wenig Nachdenken (ich meine wenn man sich die Zahlen mal durch den Kopf gehen lässt.. ‘ne Million ist schon viel, eine Milliarde schon fast unvorstellbar… aber dann nochmal 3 Nullen angehängt ???). Da haben wir uns noch im Frühling und Sommer über die hohen Erdölpreise geärgert und jetzt wird schon mit dem Wort “Weltwirtschaftskriese” gespielt. Wieso das alles ? Für mich sichtbar angefangen hat das damals als die UBS erstmals mit ihren Hypotheken in den USA ein paar Abschreiber starten mussten. Aus der ersten Ankündigung wurde eine zweite… eine dritte folgte daraufhin und plötzlich waren es 40 milliarden Franken die da Weg waren. Zum damaligen Zeitpunkt hab ich einfach nur den Kopf geschütelt und dachte mir nur, wie das geschehen konnte. Andere Banken folgten mit ähnlichen Abschreibern.

Dann kam das Erdöl, welches auch plötzlich anfing teurer zu werden und jeder schaute darauf, weil’s ja jedem “an den Kragen” ging an der Zapfsäule. Wieso und warum war auch damals für mich nicht wirklich fassbar (wieso eigentlich ? ist denn der Verbrauch in so kurzer Zeit soooo unsagbar gestiegen ? oder wurden die Erdölreservern plötzlich von heute auf morgen um sooooviel kleiner ?). Und jetzt im Spätsommer bzw Herbst schwächeln weltweit die Finanzinstitute. Und obwohl mich das ganze bisher nicht allzusehr interessiert hat, stellt ich mir immer häufiger die Frage: wieso ? Ich hab nur mal ein kurzes Resüme über ein Buch gelesen, wo der Author erläuterte wie die Finanzinstitute anfingen Kredite in Wertpapiere zu “verwandeln” und mit denen auch zu Handeln. Was inzwischen an den Börsen weltweit gehandelt wird, ist für mich sowieso nicht mehr wirklich fassbar…. mein Wissen endet bei einfachen Aktien, Obligationen und Aktienoptionen oder Rohstoffen auf… all die anderen Imaginären Finankonstrukte die es Inzwischen gibt, kein Schimmer. Aber wieso sollte ich mich auch darum kümmern ? Es gibt ja schliesslich viele hochbezahlte Spezialisten, die das verstehen und Tagein / Tagaus damit arbeiten, und verstehen was sie tun, richtig ? Da frag ich mich jetzt aber, wenn dem so ist, wieso benötigten denn jetzt plötzlich Weltweit die Finanzhäuser soviel Geld ? Wenn hinter all dem tagein tagaus Spezialisten sitzen, müsste das doch heissen, das alle Wissen was sie tun. Daraus würde doch aber auch wieder resultieren, dass es gar nicht erst zu so einer Kriese kommen dürfte, richtig ? Oder ist es schlicht und ergreifend wiedereinmal die pure Gier des Menschen, bzw. einiger weniger, noch mehr Gewinne in noch weniger Zeit zu realisieren, ähnlich der dot-com Blase die schon um die Jahrtausendwende platzte ? Da sitzen sie nun die Hochbezahlten Manager und Finanz-Gurus, die jahrelang und immer noch absurde Gehälter erhalten, und werden nicht mal zu Rechenschaft gezogen. Ne, der Staat darf wiedereinmal für die Versäumnisse einiger Weniger Bluten. Und wieso ? Viele Fragen sich, wieso soll der Staat jetzt in so einer Situation helfen ? Was würde denn passieren, wenn er’s nicht tun würde ? Das selbe wie immer, der kleine Mann von der Strasse würde dafür Bluten indem er sein bisschen Geld dass er auf der hohen Kannte hat verliert, weil die Bank die Schalterhallen für immer schliesst. Andererseits muss der Staat das Geld ja auch wieder rigendwoher haben, und der Staat ist ja bekanntlich das Volk, also wir :-) Egal wie man’s dreht und wendet, schlussendlich zahlen wir alle. Ich masse mir nicht an die Wirtschaftsmechanik und was dahintersteht zu verstehen, aber so wie es aussieht, andere ja auch nicht (die es aber besser wissen sollten :-) ). Und irgendwie hab ich jetzt den roten Faden verloren, mit dem ich zu Beginn anfing… irgendwie war da was mit Spiel und Gier…. war es Roulette ? Rien ne va plus, oder wenn die Bank verliert, verlieren wir dann alle ?