Die Neugier war zu Gross, und so opferte ich mein Galaxy Nexus. Wobei sich das Opfer in Grenzen hält, denn man kann theoretisch ohne Probleme wieder Android installieren. Und das glaube ich sogar, nachdem ich gesehen habe, wie einfach die Installation von Ubuntu darauf war.

Aber worum geht’s überhaupt ? Es geht um ein weiteres OS für Smartphones. Diesesmal von Canonical, der Firma die hinter dem Linuxbetriebssystem Ubuntu steckt. Ich muss zugeben, ich ab zuerst etwas die Stirn gerunzelt, als ich die erste Ankündigung von Canonical gelesen habe, bzw. die Videos von der Diesjährigen CES gesehen habe, dass sie jetzt auch ins Phone-OS-Geschäft einsteigen wollen. Die Skepsis kommt nicht von irgendwoher, denn von ihrem „Ubuntu on Android“ habe ich seit den Prototypen auch niemehr etwas gehört oder gesehen (schade eigentlich).

Aber egal, ich wollte es wissen, denn das Handling hat sich ganz interessant angesehen auf den Youtube-Videos von der CES. Und der Umstand, dass es so schnell öffentlich als Preview verfügbar sein würde, lies mich dann doch hoffen. Und so hab ich es heute ausprobiert. Und zu meinem Erstaunen, war die Installation tatsächlich ein Kinderspiel. Einfach die Anleitung ( https://wiki.ubuntu.com/Touch/Install ) befolgt, und 10 Minuten später bootete das Phone auch schon Ubuntu. Ich kanns immer noch nicht glauben, ich musste nicht ein einziges mal Fluchen :).

Ich habe zu kleine Hände….

Das Bedienungskonzept ist schon etwas gewöhnungsbedürftig. Und wenn ich nicht so kleine Hände hätte bzw. das Galaxy Nexus nur ein 4 Zoll Display hätte (es hat nämlich 4,6 Zoll), dann könnte ich das ganze auch tatsächlich mit einer Hand bedienen, und das wär wirklich wirklich wirklich auf die Dauer cool. Einige der Applikationen funktionieren (Photoknipse, Webbrowser, Wifi allgemein, Photogallery usw.) und andere sind scheinbar noch nicht implementiert (die scheinbar ungelesenen Mitteilungen von irgendwelchen Leuten), was ich aber auch schon in diversen Artikeln gelesen habe, mich daher auch nicht wirklich erstaunt hat. Mir ist auch nicht immer ganz klar, welche der Apps als native Appliaktion oder als Webseite zur Verfügung gestellt wird. Natürlich merkt man dem Ding auch an, dass es noch in der Entwicklung steckt. So „hängt“ es doch gelegentlich beim App-Wechsel oder wenn man irgendeine Aktion durchführt. Von flüssiger Benutzung würde ich noch nicht reden. Und beim Start von Apps war ich auch nicht immer ganz sicher, ob ich jetzt schon den Knopf gedrückt habe, oder ob’s einfach so lange dauert bis die App da ist :).

Aber ansonsten ganz nettes „Intro“ für ein neues Phone-OS. Wenn sie’s noch schaffen, ähnlich wie beim Blackberry 10, auch noch Android-Apps on Top laufen zu lassen, bzw. sich genügend Entwickler finden, meine meistgebrauchten Apps auf Ubuntu zu portieren, dann wäre ich wohl dazu geneigt zu wechseln. Aber schauen wir mal, was noch daraus wird.

Ach ja, ob man damit auch telephonieren kann, weiss ich mangels einer SIM-Karte nicht. Die aus meinem Xperia P passt da ja nicht rein, weil schon „mini“ 🙂 Aber ich denke, das wird wohl schon funzen.